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Jan Wawrzyniak | niche


Nische, 2015



Framed Priming, 2016

Die Galerie m zeigt vom 28. April bis zum 30. Juli 2016 zwei Werke von Jan Wawrzyniak (*1971 in Leipzig). In seiner nunmehr dritten Einzelausstellung seit Beginn der Zusammenarbeit mit der Galerie m vor zehn Jahren führt der in Berlin lebende Künstler die festen Grundprinzipien seines Werkes fort: Die ausschließliche Nutzung der Materialien Kohle und grundierte Leinwand sowie eine konzentrierte Auseinandersetzung mit Raum und räumlicher Wahrnehmung. In der aktuellen Ausstellung lässt er mit nur zwei Werken eine spannungsvolle Installation entstehen.

Die Wand spielt in Wawrzyniaks Werken als Malgrund und Ebene in den Installationen immer eine entscheidende Rolle. Die zwei Leinwände der hier gezeigten Arbeit Nische (2015), sind vollständig mit Zeichenkohle geschwärzt und werden in einer Ecke des Raumes rechtwinklig aneinander gesetzt. Die flache Leinwand wird zu einem dreidimensionalen Objekt, wobei die Wand als Unterbau der Zeichnung zu einem Teil des Werks und gleichzeitig dessen Rahmen wird. Trotz der vermeintlichen Verschlossenheit der Farbe Schwarz öffnet sich für den Betrachter ein imaginärer, neuer Raum, der wie ein tiefer Tunnel eine weitere Ebene im virtuellen Bildraum erschließt. Der Ausstellungsraum wird so durch die Wand hindurch erweitert. Das Werk Nische bleibt kein flaches Tafelbild auf der Wand, sondern wirkt im Raum und zeigt Tendenzen des Skulptural-Installativen.

Dieser Ansatz verstärkt sich in der zweiten Arbeit der Ausstellung, Framed Priming (2016). Die Arbeit ist an der Oberkante dreimal so tief wie unten und ragt deutlich in den Raum hinein. Die schräge Fläche vorne ist weiß belassen, die Kanten sind dagegen alle, bis auf die untere, flachere Seite, mit Kohle geschwärzt.

Hier wird die Zeichnung auf grundierter Leinwand noch stärker zum dreidimensionalen Objekt und lässt sich nicht mehr eindeutig einer Gattung zuordnen. Die räumliche und zugleich flächige Wahrnehmung der früheren, zweidimensionalen Werke wird in den realen Raum überführt. Beide ausgestellten Werke spielen mit dem Raum und der räumlichen Wahrnehmung des Betrachters. Sie sind in der Feature-Ausstellung so gegenüber gestellt, dass sie isoliert betrachtet werden können und sich zugleich zu einem spannungsreichen Dialog verdichten.