News
Ausstellungen
Künstler
Publikationen
Kontakt
Impressum
zurück zur Übersicht Ausstellungsbilder  
Elisabeth Vary | Farbe - Körper












Am 24. Februar eröffnet die Galerie m Bochum die Ausstellung „Farbe – Körper“ mit aktuellen Werken von Elisabeth Vary (*1940). Die Kölner Künstlerin wird seit 1989 von der Galerie vertreten und ist mit ihrer sechsten Einzelausstellung in Bochum zu sehen.

Seit vielen Jahren erforscht Vary in ihrem Werk die Grenzen von Malerei, Körper, Skulptur und Raum. Die malerischen Wandobjekte entstehen aus der konkreten Idee für einen Körper, die die Künstlerin zunächst in einer Zeichnung als Vorlage festhält. Ist der Körper aus Karton gebaut, kommt die Farbe zum Einsatz:
Varys Grundannahme besteht darin, dass Farbe selbst einen eigenen Körper hat, der sich nicht nur durch den Farbton, sondern auch durch die Transparenz oder Dichte des Öls, Lacks oder der Farbpigmente definiert. Diese Farbkörper setzt die Künstlerin in Relation zu den Farbträgern, den tatsächlichen Bildkörpern von vielgestaltiger Form. Auf den in den Raum ragenden Gebilden kann der Betrachter den gezielten und konträren Farbauftrag studieren: So sind zahlreiche, sich gegen-überstehende Schichten zu sehen, manche lasierend und glänzend, andere opak und matt.

Die Betrachtung der Objekte aus jeder Perspektive macht die Gleichwertigkeit und gegenseitige Bezugnahme der einzelnen Seitenflächen zueinander deutlich – so können etwa auf der einen Seite vertikale Rinnsale zu sehen sein, während auf der anderen ein Pinselduktus die maß-gebende Struktur ist. Je nach Duktus, Textur und Oberflächenbeschaffenheit der Farbe variiert das Volumen des Körpers und steht gleichsam im Dialog zum Körper des Bildträgers. Deutlicher wird dieses dialektische Verhältnis bei den zweiteiligen Arbeiten: Hier stehen sich beispielsweise helle und dunkle Farben gegenüber oder ein flächiges Dunkelblau wird von bunter Kleinteiligkeit beantwortet.

Des Weiteren nehmen der Raum und die Wandfläche zwischen den in labilem Gleichgewicht zu einander positionierten Werkteilen einen integralen Bestandteil der Werke ein; die Abstände und Profile der Objekte sind derart aufeinander abgestimmt, dass sie sowohl gemeinsame Horizonte oder Bildachsen als auch gegensätzliche Richtungen ausloten.

Auch die jüngsten Arbeiten Elisabeth Varys agieren wie kleine, geschlossene Organismen voller Widersprüchlichkeiten und konkreter Auseinandersetzung mit den Grundlagen von Malerei und Skulptur. Gleich einem Vexierbild verdeutlichen sie die Wechselbeziehung von Raum, Werk und Betrachter und dekonstruieren mit ihrem dialogischen Spannungsverhältnis jene Grundkategorien bildnerischen Denkens. Doch geschieht dies mit geradezu unbefangener Neugierde und Freude, die die Werke gleichsam beim Betrachter evozieren.