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Thomas Florschuetz | Adaptation
27. April - 30. Juli 2016
 


Ohne Titel (Adaptation) 09, 2016



Ohne Titel (Schrägen) 01, 2016

Die Galerie m zeigt in der langen Galerie neue Bilder von Thomas Florschuetz (*1957 Zwickau/Sachsen). Mit den erst kürzlich entstandenen Fotografien führt der in Berlin lebende Künstler seine Auseinandersetzung mit Bauwerken der Moderne fort, die 2001 mit Mies van der Rohes Deutschem Pavillon in Barcelona begann.

Thomas Florschuetz schafft in seiner seriellen Arbeit an den jeweiligen Motivgruppen, ob der eigene Körper, Alltagsobjekte, Blumen oder Früchte, Flugzeuge oder Bauwerke, beeindruckende Bilder, deren spannungsvoll komponierte Flächengefüge grafisch und zugleich physisch wirken. Die Dinge geraten als Körper mit ihren Volumina, ihrer Vielgestaltigkeit und Materialität in den Blick. Florschuetz zeigt die Motive aus teils nur minimal voneinander abweichenden Perspektiven und macht die Überlagerung und Verschachtelung von Flächen und Räumen sowie das Spiel von Licht und Schatten zum Ausgangspunkt seiner ganz eigenen Bildwelten. Der Blick ist bruchstückhaft, angeschnitten, und doch entwirft Florschuetz ausgewogene Bilder, deren Fragmente stets im Dienst der Komposition stehen.

Die vier ausgestellten Werke zeigen das Museo de Arte Moderna in Rio De Janeiro, das 1954 von Affonso Eduardo Reidy erbaut wurde, neben Oscar Niemeyer, Lúcio Costa und Lina Bo Bardi einer der wichtigsten brasilianischen Vertreter des Modernismus. Die Ansichten des Gebäudes sind in ihrer reduzierten Ausschnitthaftigkeit so gewählt, dass sie dem Betrachter den Blick auf den Baukörper als Ganzes meist verstellen. Stattdessen vermitteln sie ein fotografisches Bild einer konkreten Idee des abgebildeten Gebäudes. So werden die übereinstürzenden, diagonalen Linien, die schroff anmutenden Flächen und Formen des Sichtbetons zu abstrakten Kompositionen, die sich nur scheinbar von der zugrunde liegenden Architektur lösen. In Florschuetz’ Bildern bleiben sowohl ihre körperliche Präsenz als auch die geometrische Klarheit der Linienführung spürbar.