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Evelyn Hofer
Statement
"Was mich an Evelyns Werk fasziniert, ist, dass sie alles porträtiert; sei es ein Baum, ein menschliches Wesen, oder sei es ein Stuhl. Es ist immer ein Porträt. Sie sieht Dinge niemals nur als Objekt; das Objekt erhält einen dramatischen Ausdruck. Ihr ist eine poetische und romantische Annährungsweise zu eigen und eine gewisse Unschuld; sie ist wahrhaftig eine Dichterin." (Richard Lindner)
 



Calder’s Strainer and Insect, Roxbury, 1976, Silbergelatineabzug,
57,5 x 48,5 cm (39,5 x 31 cm)
Evelyn Hofer ist seit Mitte der vierziger Jahre als Fotografin tätig. Ihr Werk ist unvergeßlich verbunden mit den Büchern über Florenz, London und Spanien, sowie New York, Washington und Dublin, die sie mit Schriftstellern wie Mary McCarthy und V.S. Pritchett in den späten fünfziger und in den sechziger Jahren in renommierten Verlagen publiziert hat. 1986 entstand in ähnlicher Weise die Serie Emerson in Italy. Zudem sind ihre Fotografien durch Magazinbeiträge z.B. für Life, das London Times Magazine und das New York Times Magazine bekannt. Und doch ist sie die »berühmteste ›unbekannte‹ Fotografin Amerikas«.
Das fotografische Werk Evelyn Hofers ist vielfältig. Als Fotografin von Architektur, Interieurs, Landschaft, aber auch von Stillleben und Porträts hat sie sich gleichermaßen ausgezeichnet. In kompromißloser Weise und mit großem Einfühlungsvermögen ist sie dabei Ehrlichkeit, Direktheit und vor allem Schönheit verpflichtet. Ihr Zugang zum Gegenstand oder zur Person ist intuitiv. Es ist zu spüren, daß sie sich Zeit nimmt, bevor sie zur Kamera greift. Zeit zu haben, ist ihr wichtig. Das heißt für sie anzukommen, Teil zu werden oder Nähe herzustellen. Es bedeutet für sie - und durch ihre Fotografien auch für uns -, das Wesentliche zu erfassen. Bevor dies nicht geschehen ist, kann auch die Kamera nicht zum Einsatz kommen. Den persönlichen Bezug herzustellen bildet die Grundvoraussetzung eines Bildes für sie. Wesentliches, Essentielles im Bild festzuhalten ist ihr Ziel.



Pewter Pitcher with Rose, (Still life No. 8), New York, 1997, Dye Transfer,
60 x 50 cm (54 x 40,2 cm)
Evelyn Hofer ist dabei nie modischen Zeitströmungen gefolgt. Ihr Werk ist eher klassisch denn avantgardistisch zu nennen, gleichwohl sind ihre Bilder überaus charakteristische Zeitzeugen. Dabei ist ihr Blick für Proportionen, Formen, Farben und Licht präzise und klar. Ihre Kompositionen sind subtil und durchdacht. Und da sie eine technisch brillante Fotografin ist, benötigt sie keine Effekte, ist für sie die Technik immer nur Mittel zum Zweck - eben zum Bild.

Ihrem Werk ist nicht das Aufklärende, der entdeckende Wille von Dokumentarfotografie eigen. Sie will nicht verblüffen oder überraschen. Das erstaunt bei ihrer unbedingten Fähigkeit zur Genauigkeit in der Wahrnehmung und Wiedergabe auch kleinster Details. Nie wirkt ein Porträt Evelyn Hofers entlarvend. Ihr Blick auf den Porträtierten ist nicht nur wach, klar und präzis, sondern auch warmherzig. Von ihr stammt der Ratschlag, für ein Porträt immer eine sehr lange Belichtungszeit zu wählen, denn so bekommt man mehr von der Persönlichkeit des Fotografierten ins Bild.



Hommage à Zurbarán (Still life No. 6),
New York,
1997, Dye Transfer,
50 x 60 cm (37,2 x 53,5 cm)
Hofers Feingefühl, Präzision, Liebe zum Detail und ihr besonderes Gespür für harmonische Kompositionen, zeigt sich auch in den außergewöhnlich schönen Stillleben, die Mitte der 90-er Jahre entstanden sind.

Gerade bei diesen Fotografien erkennt man die Qualität der Dye Transfer Technik, die den Farben eine besondere Leuchtkraft und Tiefe verleiht.

"Ich hoffe, dass keines meiner Portraits gestellt aussieht." Diese Prämisse Evelyn Hofers gilt auch für die außergewöhnlich Serie Just Married, die im Jahr 1974 in einem New Yorker Standesamt entstand.

Im Jahr 2004 hat Susanne Breidenbach ein Buch im Steidl Verlag herausgegeben, der das Werk der Fotografin würdigt und mit brillanten Abbildungen dokumentiert. Mehr dazu finden Sie hier.


Nachruf in der New York Times