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Antje Dorn
Paper Works
Die Galerie m Bochum zeigt vom 8. Mai bis 11. Juli 2015 Papierarbeiten der Berliner Künstlerin Antje Dorn (*1964 Aachen). Im Rahmen der Feature-Ausstellungsreihe sind die Serien „Rare Animals and Numbers“, „motorgirls“ und „Imbisse“ zu sehen.

 


aus der Serie "Rare Animals and Numbers"



aus der Serie "motorgirls"



aus der Serie "Imbisse"

Der Titel der Serie „Rare Animals and Numbers“ (2006) verweist auf die wesentlichen Motive dieser Tuschezeichnungen. Kuriose Vierbeiner, die an Hunde, Schafe, Esel und andere vertraute Tiere erinnern, teilen sich die weiße Papierfläche mit Zahlen von 0 bis 9. Unserem rationalen Verständnis nach verbinden sich hier zwei völlig unterschiedliche „Welten“: die der Lebewesen und der abstrakte, mathematische Bereich der Zahlen.
Dorn charakterisiert sie auf ihre eigene Weise, indem sie den Zahlen Massivität und gegenständliche Präsenz verleiht und die Tiere durch die reine Umrisszeichnung graphischer und immaterieller erscheinen lässt. In dieser Form führen die „Nullen“, „Einser“ oder auch „Achten“ eine Koexistenz mit den leichtfüßigen Wesen, ein friedlich wirkendes Neben- und Miteinander mit den lustigen Tieren.


Den ersten Führerschein der Geschichte erwarb eine Frau. Dennoch war es zu Beginn der Automobilisierung meist Männern vorbehalten, ein Auto zu fahren. So entwickelten sich bald Klischees und Vorurteile über das Verhältnis zwischen Frauen und Autos, die sich auch in Bildern manifestierten. Auch heute postieren Automobilunternehmen Frauen als Blickfang in der Werbung und auf Messen.
Antje Dorn setzt sich in ihren Gouachemalereien der Serie „motorgirls“ (2000/01) auf humorvolle Weise mit diesem Genre auseinander und zeigt zahlreiche Facetten. In überzeichneter Weise stellt sie Frauen dar, die am Steuer sitzen, an ihren Wagen arbeiten oder sich auf Motorhauben räkeln. Anstelle eines frivolen Auftretens, präsentiert Dorn ihre „motorgirls“ mal selbstbewusst, mal etwas unbeholfen und zeichnet mit der Vielfalt an Typen einen amüsanten Gegenentwurf zu Alltagsbildern.


Die Tuschezeichnungen der Serie „Imbisse“ (2003) zeigen einzelne Gebäude, die mal objekthaft, mal futuristisch oder auch improvisiert wirken. Großformatige Billboards dominieren die Fassaden und Dächer der aus Versatzstücken der Architekturmoderne zusammengesetzten Gebilde. Worte wie „beans“, „Tomatoes“, „blaukraut“ und andere Grundnahrungsmittel verweisen auf eine mögliche Funktion als Herstellungsbetrieb oder Verkaufsstelle des jeweiligen Produkts. Dorns Werke thematisieren die im Stadtbild gegenwärtigen mit Werbung und Logos versehenen Gebäude. Die unverhältnismäßige Betonung der in den „Imbissen“ angepriesenen Produkte offenbart die Absurdität ihrer Vermarktung.


Die ausgestellten Serien verdeutlichen Antje Dorns Interesse an den Bildern, die den Menschen täglich umgeben. Sie spielt mit unseren Sehgewohnheiten, indem sie die Kontexte bestimmter Bildelemente verändert und somit eine andere Betrachtungsweise ermöglicht. Durch humorvolle Übertreibung bzw. Zuspitzung verweist sie auf Aspekte unserer Alltagskultur.