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Lucinda Devlin
Lake Pictures


Lake Huron, 6-6-2012 11-35 pm,2012
Archival pigment print
74,4 x 74,4 cm (100 x 100 cm)



Lake Huron, 6-6-2012 11-46 pm,2012
Archival pigment print
74,4 x 74,4 cm (100 x 100 cm)

Vom 15. Juli bis zum 23. September 2015 ist in der Galerie m Bochum erstmals eine größere Auswahl von Fotografien der Serie Lake Pictures der US-amerikanischen Fotografin Lucinda Devlin (*1947 in Ann Arbor, MI) zu sehen.

Die ausschließlich in Serien arbeitende Fotografin hat bereits in den siebziger Jahren eine prägnante Bildsprache entwickelt. Zunächst widmete sie sich spezifischen Innenräumen, um sich ab 2006 intensiv mit Agrar- und Seelandschaften zu beschäftigen. Ihre quadratischen, meist achsensymmetrischen Fotografien erkunden typologisierend den vom Menschen geprägten Raum und entwickeln in Lake Pictures eine minimalisierte, fast abstrahierende Formensprache. Das Motiv der über 60 Fotografien ist einer der größten Seen der USA, der Lake Huron in Michigan an der Grenze zu Kanada. Devlin besitzt ein Haus an diesem See und hielt zwischen 2010 und 2013 ihre Beobachtungen fotografisch fest. Sie beschreibt ihre Arbeit mit den Worten:
„Diese Fotografien wurden am selben Ort, allerdings zu unterschiedlichen Jahres-, Tages- und Nachtzeiten aufgenommen und erkunden dadurch die wechselnden atmosphärischen Erscheinungsformen des Sees. Sie handeln von Wasser, Himmel, Farbe, Licht, Ort, Raum und Zeit. Wenn wir einer großen Wassermasse gegenüberstehen, wissen wir rein rational, dass hinter dem Horizont noch mehr Wasser ist. Wenn wir unser Wissen ausblenden, nimmt das Wasser vor unserem inneren Auge unendlichen Raum ein. Gleiches gilt für die Betrachtung des Himmels. Er erscheint uns grenzenlos. Der Horizont als feine Demarkationslinie erlaubt dem Betrachter, zwischen Wasser und Himmel zu unterscheiden.“

Devlins Fotografien zeigen einzig einen Teil des Sees und des Himmels darüber und vermitteln den Eindruck von unmessbarer Weite jenseits des Horizontes. Durch die genaue Angabe des Aufnahmedatums und den mittig platzierten Horizont generiert Devlin eine Vergleichbarkeit der verblüffend vielfältigen Bilder. Die Erfahrung von Licht und Farbe, etwa der türkisen Wolken im Winter oder dem blau und rosa Himmel mit frühabendlichem Sommermond, machen die Tatsache, dass es sich um denselben Ort handelt dennoch fast unbegreiflich.