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Peter Wegner
D65 + COLOR WHEELS
Vom 24. Juli bis 26. September 2015 zeigt die Galerie m neue Werke des amerikanischen Künstlers Peter Wegner (*1963 Sioux Falls, South Dakota, lebt und arbeitet in Berkeley, Kalifornien). In den Werken der Serien „D65“ und „COLOR WHEELS“ setzt sich Wegner konzeptuell-installativ mit Farbe und Licht auseinander.
 


COLOR WHEEL 9, 2015
Acryl, Alkydharz und Leim auf MDF
Ø 86,4 cm x 4,4 cm
Detailsansicht



COLOR WHEEL 5, 2015
Acryl, Alkydharz und Leim auf MDF
Ø 150 cm x 5 cm



Daylight 1, 2014
Acryl und Alkydharz auf MDF
Ø 120 x 5 cm

In beiden Serien arbeitet er auf Bildträgern in Form eines Rades. In den „COLOR WHEELS“ lässt er aus dünnen Linien pulsierende Farbräder entstehen, in der Serie „D65“ sprüht er Farbe zu intensiven Farbübergängen ineinander.

In feinen, radial angelegten Linien ist die Farbe in den „COLOR WHEELS“ aufgetragen. Damit erinnern sie an schematische Farbkreise, wie sie einst unter anderen Isaac Newton entwarf. Anders als dort, erschließt sich dem Betrachter in Wegners „COLOR WHEELS“ das zugrunde liegende Prinzip nicht. Die Farbordnung folgt jedoch keinem Zufall: „It was made by the algorithm of me.“ (Peter Wegner). Wegners Ordnung zielt auf Farbeindrücke ab, die durch das direkte Nebeneinander kontrastierender Farben entstehen. Sein Interesse gilt der Relativität des Farbeindrucks. In jedem „COLOR WHEEL“ erzeugen die unterschiedlichen Farblinien einen Grundfarbton. Dabei rhythmisieren gerade diejenigen Farbtöne die Fläche, die nicht zur Palette des Grundfarbtons gehören, beispielsweise die blauen Linien in „COLOR WHEEL 9“. Die verschiedenfarbigen Linien ergänzen sich zu einem schillernden Rad, an dem das Auge des Betrachters kreisförmig entlanggleitet.
Irritierend mag das größte Werk der Ausstellung sein: „COLOR WHEEL 5“, ganz ohne Farben in Graustufen gehalten. Dieses Werk entspringt Wegners Faszination für den Wissenschaftler John Dalton, der 1798 erstmals die Farbenblindheit beschrieb.

Für die Werke der Serie „D65“ ließ Wegner sich vom Sonnenlicht Kaliforniens inspirieren. Die Farbverläufe erinnern an das Leuchten des Himmels bei Tagesanbruch, Abenddämmerung und allen Momenten dazwischen.
Als Serientitel wählt Wegner „D65“ – die Abkürzung für „Normallicht“ mit einer Farbtemperatur von etwa 6500 Kelvin, was einem Tageslicht bei bedecktem Himmel entspricht. Die zwei Farbtöne, aus denen sich das Farbspektrum entwickelt, sind auf der Innen- und Außenkante der Holzplatten aufgetragen. Auf der Oberfläche sprüht Wegner die Farben gleichmäßig in- und übereinander, sodass sich unzählige Farbnuancen entfalten. Der weiche Farbverlauf, die Leichtigkeit des Farbauftrags, in dem die Schwerelosigkeit des Sprühnebels spürbar bleibt, die Leere in der Mitte des Rads und nicht zuletzt die Reflektion der Farbe auf der weißen Wand führen die Wahrnehmung weg von der Materialität des Objekts hin zu einem atmosphärischen Eindruck. „D65“ ist eine Hommage an das immaterielle, atmosphärisch-ephemere Licht: „Air lit by sun in the arc of a day“ (Peter Wegner).